Die rufen Sie schon an, wenn was ist …

Wow. Nun ist das Gröbste geschafft. Und ich auch ein wenig. Die Eingewöhnung eines 2jährigen ist doch nicht zu vergleichen mit der eines 3jährigen. Beides durchlebt, ersteres als nervenaufreibender empfunden. Dabei fing alles so vielversprechend an. Am ersten Tag saß ich 1,5 Stunden auf meinem mir angebotenen Stuhl und tat beschäftigt. „Sei anwesend, aber involviere Dich nicht allzusehr“, wurde mir von den Erzieherinnen nahegelegt. Tat ich auch. Und mein Sohn erkundete alleine und interessiert die Gruppe. Zweiter Tag ähnlich; klappt ja toll, waren sich Erzieherinnen und ich einig. Im Außenbereich kannte sich das Kind ja schon bestens aus, dank des Bruders, der schon seit einem Jahr dort regelmäßig von mir und dem Klitzen abgeholt wird. So bin ich relativ schnell scheinbar überflüssig gewesen und hatte öfters an den Folgetagen „Freigang“. „Na, wenn das so gut funktioniert, dann hat er sich ja sicherlich schon so gut wie integriert und kann zum Mittag bleiben.“ Gesagt, getan. Nach 5 Tagen nun Step 2: das gemeinsame Mittagessen in der Kita. War super. Ab dem nächsten Tag dann der Supergau: Kind klebt am Bein, schreit und will partout nicht von meinem Arm. Mist. Rückfall. Oder nun erst das Bewusstsein, dass das jetzt immer so sein soll. Man weiss es nicht. In jedem Fall war eine Trennung nicht möglich. Nach  einem „gewaltsamen“ Trennungsversuch mit Kindübergabe an Erzieherin und schnellem Rückzug konnte ich nach gefühlten 10 min. panischem Schreien und Mama-Rufen nichts mehr ertragen. Ich bat eine andere Mutter in die Gruppe zu gehen, um Bescheid zu geben, dass ich reinkommen möchte, um das Kind zu beruhigen. Und dann das: „Die rufen Sie schon an, wenn was ist …“ Völlig unverständig und widerwillig ging sie nach diesem Kommentar dann in die Gruppe meines Sohnes, um die Nachricht zu überbringen. Hallo? Jemand zu Hause? Ich war total wütend und perplex. Schalten manche Menschen ihre eigenen Gefühle und ihre Kompetenzen als Mutter am Eingang aus? Es war doch offensichtlich, dass „was war“, denn schließlich schrie das Kind wie am Spieß, für alle laut hörbar …
Ich habe ja nichts gegen den Satz, aber er passt halt nicht immer und überall.  Ich habe ihn in der folgenden Zeit noch öfters von Müttern gehört. Ungefragt. Scheint so ein Mantra zu sein, das viele Gemüter in ähnlichen Situationen beruhigt und schlechte Gewissen verdrängt. Mir hat er jedenfalls in der besagten Situation überhaupt nicht geholfen. Erst seit einiger Zeit, seitdem sich der Kleine an Abläufe und die neuen Bezugspersonen gewöhnt hat, beruhigt mich der Satz. Und zwar dann, wenn ich mich von meinem spielenden Kind verabschiede und die Erzieherin noch hinterherruft: „Ach, ja: Und wenn was ist: Wir rufen an.“

Jetzt fehlt uns nur noch Step3: der Mittagsschlaf in der Kita. Bin gespannt wie das klappt.

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