Das Ideal vor Augen.

 

Ich betreibe gerade „Boundary Management“. Ich mache das jetzt seit ca. drei Wochen, aber den Begriff dafür habe ich just heute in der aktuellen Nido gelesen. (Schön, wenn die Dinge einen Namen haben.) Ich denke jedenfalls , das macht jeder früher oder später, der mit Kindern zusammenlebt und nach einer Work-Life-Balance strebt. Die Rede ist von individuell eigene Grenzen setzen. Gerade Mütter sollten das tun.; denn die neigen gerne dazu sich für das Muttersein aufzuopfern, nebenbei noch „ihren Mann“ im Job zu stehen und eine sexy (wache) Ehefrau, verlässliche Freundin, eloquente Gesprächspartnerin und gute Frau am Herd zu sein. Bei mir jedenfalls  ist es zur Zeit eher eine Life-Work-Balance; ich fühle mich des öfteren weit entfernt von all den genannten Attributen. Das wäre noch alles verkraftbar, wenn es überhaupt eine Balance gäbe, denn mein Life-Part besteht zur Zeit aus einem 24 Stunden-at-your-Service-Job. Und so habe ich für mich beschlossen ein paar Grenzen zu ziehen. Um Luft zu schnappen. Um zu schlafen. Um mal wieder „für mich zu sein“. Und das bedeutete für mich im ersten Schritt abzustillen. Ich habe gerne und verhältnismäßig lange gestillt.  Es war extrem praktisch in meinen Augen, denn ich habe nach Bedarf gestillt und hatte so immer und überall „etwas zu Essen dabei“. Der Kleine ließ sich schnell beruhigen, wenn er sich weh getan hatte, schlief schnell beim Stillen ein und ich war überzeugt, ihm damit noch was Gutes für seine Imunabwehr zu tun. Zuletzt war ich auch erstaunt wie flexibel ich trotz oder gerade wegen des Stillens war. Aber nun, da es sich eh nur noch auf früh morgens, abends zum Schlafen und nachts beschränkte, wollte ich auch ganz damit aufhören. Meine Grenze war erreicht. Und so haben wir schrittweise abgestillt, ich freiwillig, er, der kleine „Trinker“, unfreiwillig. Und da ich ja als unsichere Mutter der heutigen Zeit und intensive Internet-Nutzerin nichts mehr ohne Ratgeber mache, habe ich mich im Netz schlau gemacht, wie ich das am sanftesten und möglichst ohne Weinen über die Bühne kriege. Ich habe die Abstillmethode nach Dr. Jay Gordon gewählt, gefunden auf einer meiner Lieblingsseiten in Sachen „Vater-Mutter-Kind“: http://www.rabeneltern.org.  Gut, es war hart, denn ganz ohne Ärger und Frustration seitens des Kindes hat es natürlich nicht geklappt, aber alles in allem konnte der Kleine sich dank des langsamen „Entzugs“ entwöhnen. Wer jetzt erwartet, dass man nach dem Abstillen vogelfrei ist und durchschlafen kann, der irrt leider. Ich bin noch oft nachts mit unzufriedenem Baby auf dem Arm in der Wohnung unterwegs und mache gerne schonmal um 5.00 Uhr morgens Brei. Das habe ich während des Stillens nie gemusst. Aber, hey, was tut man nicht alles für ein bisschen Unabhängigkeit.

 

Perfect Work-Life Balance … ich komme.

 

 

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2 Gedanken zu „Das Ideal vor Augen.

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